Besucher bei der Veranstaltung im Terra Technica Museum

50 Jahre "Der Mann, der den Flipper rettete" im Terra Technica Museum

Am 23. Mai 2026 stand das Terra Technica Museum ganz im Zeichen eines Moments, der die Geschichte des Flippers nachhaltig verändert hat. Unter dem Titel „50 Jahre – Der Mann, der den Pinball rettete“ erinnerte die Veranstaltung an Roger Sharpe und an jenen legendären Tag im Jahr 1976, an dem ein gezielter Schuss vor dem Stadtrat von New York dazu beitrug, das Flipperspiel aus der Ecke des Glücksspiels zu holen.

Roger-Sharpe-Gedenkdisplay im Terra Technica Museum. Bildquelle: Family City

Flipperautomaten waren in New York und vielen anderen Städten über Jahrzehnte verboten. Sie galten als Glücksspielgeräte und wurden entsprechend misstrauisch betrachtet. Roger Sharpe, Journalist, Flipperspieler und später eine prägende Figur der Szene, trat damals an, um das Gegenteil zu beweisen. Er erklärte, dass Flipper Können, Kontrolle und Präzision verlangt. Dann kündigte er einen bestimmten Schuss an und traf ihn.

Dieser Moment ging als „the shot that saved pinball“ in die Geschichte ein. Seitdem gilt Roger Sharpe weltweit als „The Man Who Saved Pinball“.

Ein passender Ort für ein Stück Flippergeschichte

Das Terra Technica Museum war für dieses Jubiläum ein sehr passender Ort. Das Museum bei Family City in Chvalovice, nahe der österreichisch-tschechischen Grenze, widmet sich Jukeboxen, Flipperautomaten, Arcade-Spielen und analoger Unterhaltungskultur. Zwischen historischen Geräten, restaurierten Klassikern und spielbarer Technik wurde an diesem Tag nicht nur an eine Person erinnert, sondern an ein Stück Kulturgeschichte.

Zu Ehren von Roger Sharpe eröffnete Terra Technica eine eigene Gedenkecke. Sie befindet sich in Sektor 5 des Museums und soll den historischen Moment rund um Roger Sharpe dauerhaft sichtbar machen.

Der Ablauf der Veranstaltung

Besucher bei der Veranstaltung im Terra Technica Museum
Besucher bei der Veranstaltung im Terra Technica Museum. Bildquelle: Family City

Der Veranstaltungstag begann mit dem Eintreffen der Gäste zwischen 11:00 und 13:00 Uhr. Um 13:00 Uhr startete eine Sonderführung mit Backstage-Einblicken durch Pindigi. Der offizielle Eventstart erfolgte um 14:00 Uhr im Buskino des Museums.

Nach der Begrüßung wurden kurze Ausschnitte aus dem Film „The Man Who Saved the Game“ gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte von Roger Sharpe und macht verständlich, warum dieser eine Moment bis heute in der Flipperszene nachwirkt.

Danach folgten die Anmeldung zum Roger-Sharpe-Turnier und die Eröffnung der Gedenkecke in Sektor 5. Im Anschluss startete das Turnier. Den Abschluss bildeten die Siegerehrung, Fachgespräche und ein gemütlicher Ausklang in der Vinyl Bar.

Vorfěhrung im Buskino des Terra Technica Museums
Vorfěhrung im Buskino des Terra Technica Museums. Bildquelle: Family City

Das Roger-Sharpe-Turnier

Ein besonderer Bestandteil der Veranstaltung war das Roger-Sharpe-Turnier. Gespielt wurde passend zum historischen Anlass auf einem elektromechanischen Flipper mit fünf Kugeln pro Spiel.

Die Wertung hatte eine besondere Regel: Ein Spiel zählte erst dann, wenn der sogenannte „Hot Shot“ erfüllt wurde. Der Spieler musste mit dem Skill Shot direkt vom Plunger die mittlere Lane treffen. Damit griff das Turnier die Idee des legendären angekündigten Schusses auf und machte sie für die Besucher spielerisch erlebbar.

Die Teilnahme kostete 5 Euro pro Spiel. Jeder Teilnehmer durfte maximal drei Spiele kaufen. Der maximale Gesamteinsatz pro Teilnehmer lag damit bei 15 Euro.

Auch die Preise passten zur Szene: Als erster Preis wurde ein neues Geiger Playfield ausgelobt, als zweiter Preis ein neues Geiger Backglass. Weitere Preise waren Terra-Technica-Jahreskarten und Token.

Warum Roger Sharpe bis heute wichtig ist

Die Geschichte von Roger Sharpe ist auch 50 Jahre später noch relevant. Es ging damals nicht nur um einen alten Rechtsstreit in New York. Es ging um die Anerkennung eines Spiels, das lange unterschätzt wurde.

Flipper ist Mechanik, Reaktion, Timing, Risiko, Kontrolle und Gefühl. Wer spielt, weiß: Glück spielt mit, aber ohne Können geht es nicht.

Genau das machte Roger Sharpe 1976 sichtbar. Sein angekündigter Schuss wurde zum Symbol dafür, dass Flipper mehr ist als Zufall. Er wurde zum Beweis für Geschicklichkeit, Präzision und Spielverständnis.

Ein würdiges Jubiläum

Mit der Roger-Sharpe-Gedenkecke hat Terra Technica diesem Gedanken einen dauerhaften Platz gegeben. Der Flipper wurde dort nicht nur als nostalgisches Sammlerstück gezeigt, sondern als Kulturgut. Als Maschine, die Generationen geprägt hat. Als Sportgerät. Und als Symbol dafür, dass manchmal ein einziger gut gesetzter Schuss reicht, um die Sicht auf eine ganze Spielkultur zu verändern.

Das Jubiläum „50 Jahre – Der Mann, der den Pinball rettete“ war damit mehr als eine Erinnerung an einen historischen Moment. Es war auch ein Zeichen dafür, dass die Flipperszene lebendig ist, ihre Geschichte kennt und sie weiterträgt.

Quellen und weiterführende Links

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